Förderverein zur Erhaltung
von St. Nikolai zu
Bauer in Wehrland e.V.
Klassik Konzert am 12. Juni 2010
Sefardische und keltische Musik.
Was haben diese beiden Richtungen gemeinsam? Beide Völker sind Opfer der „Diáspora-der Verbannung“.
Die Sefarden sind schon zu römischer Zeit nach Spanien eingewandert. Die mündlich überlieferte
Musik hat ihre Wurzeln im frühen Mittelalter (also die Zeit vor Beginn der Inquisition im Jahre 1492).
Die sefardische Musik von dem Hebräischen „S`fard“, ist die Musik der Juden, die nach der
Verbannung aus Judäa (70.u.Z.) nach Spanien flüchteten. Sie spiegelt den kulturellen Austausch
zwischen Juden, Christen und Arabern wieder, der im mittelalterlichen Spanien Kunst und Wissenschaft
zur Blüte brachte. Die Sprache „Ladino“ auch „Judeo-Espagnol“ eine Mischung aus altspanisch und
hebräisch, steht in ähnlicher Beziehung wie das Jiddische zum Deutschen. 1492 mit Beginn der
„reconquista“ mussten die Sefarden die iberische Halbinsel verlassen und so begann für sie eine
lange Reise auf der Suche nach einer neuen Heimat. Überwiegend siedelten sie sich dann in den
Gebieten des östlichen Mittelmeeres an.
Auch die Kelten siedelten sich schon auf der Iberischen Halbinsel an, nämlich in den
Regionen Galizien und Asturien. Die „Música Celta“ war bei den Kelten eine heilige Kunst,
die auch der Anrufung geistiger Welten diente. Sie ist auch heute noch in der Bretagne,
Schottland, Irland, Cornwall, Wales, die Isle of Man verbreitet. Der Harfe werden seit
alters her besondere Qualitäten zugesprochen, als Engelsinstrument stellt sie quasi die
Verbindung zwischen Himmel und Erde her. Der Untergang der Kelten begann etwa um die Zeit,
als sie gegen die Römer immer häufiger Niederlagen erlitten, ca 300 v. Chr. Die Kelt-Iberer
wurden 133 v. Chr. verbannt.
Wir als Trio für Gesang-keltische Harfe-Flöte wollen dieser Musik wieder mehr
Aufmerksamkeit widmen und präsentieren Ihnen heute eine kleine Auswahl von sefardischen
und keltischen Liedern sowie keltische Instrumentalstücke für Flöte und keltische Harfe.
Lassen Sie sich von unserem Programm verzaubern, untermalt mit Texten und Gedichten
aus der Zeit des frühen Mittelalters.
Die Künstler
Sabine Loredo Silva wurde in Berlin geboren und erhielt lange Jahre Gesangsunterricht
bei dem lettischen Opernsänger Isser Buschkin.
Langjähriges Ensemblemitglied der „Opernwerkstatt Berlin“,
Leitung Eric Leon Holland, unterschiedliche Opernprojekte für Kinder wie „Die Zauberflöte“ (3. Dame),
„Schneewittchen“(Spiegel, Zwerg), „Hänsel und Gretel“ (Mutter und Hexe).
Derzeit beschäftigt sie
sich unter Anderem intensiv mit der „alten spanischen Musik“ des frühen Mittelalters und der Renaissance,
zuweilen in Begleitung eines Ensembles mit historischen Instrumenten.
Ania Roeber spielt seit ihrem 5. Lebensjahr Blockflöte. Querflötenunterricht nahm sie
bei „Immanuel Lucchesi“. Langjährige Mitwirkung im Weltmusik-Orchester.
Außerdem beschäftigte sie sich mit jiddischer, Klezmer- und arabischer Musik sowie Balkanklängen.
Seit ca. drei Jahren keltische Musikreihe mit „Raya`s Castle“, mit Nohra Pabón als Harfenistin.
Nohra Pabon Forero wurde in Kolumbien geboren. 1992 Abschluss mit Auszeichnung als
Harfenistin am Konservatorium der National-Universität Bogotá. 1993-1995 Aufbaustudium
für klassische Harfe im königlichen Konservatorium Madrid, Konzerte mit sinfonischen
Orchestern in Kolumbien und Spanien, 2000 Abschluss als Musiktherapeutin in New York,
seit 2003 in Berlin. Konzerte mit der klassischen Harfe als Solistin und mit
verschiedenen Orchestern, im Duo mit der Querflötistin Charlotte Rosch sowie mit der
keltischen Harfe im Duo mit der Flötistin Ania Roeber als „Raya`s Castle“.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der
Künstlerin.